Deshalb ist es wichtig, die Effizienz systematisch zu prüfen. Du sparst Geld und reduzierst Emissionen. Häufige Fehler sind falsche Vergleiche von Herstellerangaben, das Ignorieren der Trocknerfunktion und das Mistachten der tatsächlichen Beladung. Viele verlassen sich nur auf das EU-Label und übersehen Praxiswerte.
Dieser Artikel hilft dir Schritt für Schritt. Er zeigt, wie du Verbrauch misst und interpretiert. Du bekommst Tipps zur richtigen Nutzung und Pflege. Es gibt praktische Hinweise zu Energieverbrauch, Energiekennzeichnung und zur Wahl des passenden Geräts. Zudem stelle ich konkrete Prüfschritte und Kauf- und Messhilfen vor. Im nächsten Kapitel beginnen wir mit den wichtigsten Kennzahlen und wie du sie liest.
Wichtige Kriterien und Messgrößen im Vergleich
Um die Effizienz eines Waschtrockners zu beurteilen, hilft ein strukturierter Blick auf konkrete Messgrößen. Du solltest Zahlen für Waschen und Trocknen getrennt betrachten. Nur so erkennst du, ob ein Kombigerät in der Praxis sparsam arbeitet.
Tabelle der relevanten Messgrößen und Vergleichskriterien
| Kriterium | Was wird gemessen / beschrieben | Wie messen / prüfen | Typischer Wert / Hinweis |
|---|---|---|---|
| Energieverbrauch Waschen (kWh/Programm) | Stromverbrauch während des Waschzyklus | Herstellerangabe prüfen. Bei Bedarf mit externem Energiemessgerät messen. | 0,5–1,5 kWh je nach Programm und Temperatur |
| Energieverbrauch Trocknen (kWh/Programm) | Stromverbrauch für den Trocknerteil oder Kombizyklus | Herstellerdaten prüfen. Kombinierte Programme separat messen. | 1,5–4 kWh je nach Beladung und Technik |
| Kombinierter Zyklus (Waschen + Trocknen) | Gesamtverbrauch und Dauer bei Standardprogramm | Kompletten Zyklus mit Energiemessgerät erfassen. Dauer stoppen. | Wichtig für reale Kostenabschätzung |
| Energieeffizienzlabel | EU- bzw. Herstellerangaben zur Klasse | Label lesen. Auf Prüfbedingungen achten. | Gute Orientierung. Nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage |
| Trommelgröße / Nutzkapazität | Maximale Beladung für Waschen und Trocknen | Herstellerangabe prüfen. Auf empfohlene Beladungsmenge achten. | Zu kleine Beladung senkt Effizienz pro kg |
| Kondensationsgrad / Restfeuchte | Wie trocken die Wäsche am Ende ist | Restfeuchte messen oder Herstellerangabe prüfen. | Niedrige Restfeuchte spart Energie beim Trocknen |
| Dauer pro Zyklus | Zeitaufwand für Waschen und Trocknen | Stoppuhr verwenden. Dauer mit Energie vergleichen. | Lange Programme können sparsamer sein oder mehr Verbrauch bedeuten |
| Stromkosten je Zyklus | Kostenschätzung auf Basis kWh-Preis | kWh Verbrauch mit aktuellem Strompreis multiplizieren. | Gibt direkten Vergleichswert für Entscheidungen |
| Hinweise zur Messung | Bedingungen für aussagekräftige Messungen | Mehrere Messungen mit voller und halber Beladung durchführen. | Nur so bekommst du verlässliche Praxiswerte |
Zusammengefasst: Miss getrennt den Verbrauch für Waschen und Trocknen. Rechne die kWh in Euro um und vergleiche reale Zykluswerte mit dem Label. Wenn du messen kannst, greife zu einem Energiemessgerät. Bei Kaufentscheidungen priorisiere niedrigen kombinierten Verbrauch und passende Trommelgröße.
Energieeffizienz von Waschtrocknern: technische Grundlagen
Beladungsgrößen und Wirkungsgrad
Die Größe der Trommel beeinflusst die Effizienz stark. Eine größere Trommel erlaubt mehr Wäsche pro Zyklus. Das senkt den Verbrauch pro Kilogramm. Wenn du aber ständig unterbelädst, sinkt die Effizienz pro Waschladung. Achte auf die getrennten Angaben für Waschen und Trocknen. Bei Kombigeräten ist die Trocknungskapazität oft kleiner als die Waschkapazität.
Heiztechnik: Wärmepumpe versus Elektroheizung
Es gibt zwei Hauptprinzipien bei der Trocknung. Konventionelle Modelle nutzen elektrische Heizstäbe. Die Erwärmung erfolgt direkt. Das verbraucht viel Strom. Wärmepumpentechnik nutzt einen Kreislauf mit Kompressor. Sie entzieht der Luft Wärme und gibt sie wieder an die Wäsche ab. Das führt zu deutlich geringerem Stromverbrauch. Wärmepumpentrockner arbeiten oft schonender. Sie sind meist teurer in der Anschaffung. Langfristig sind sie sparsamer im Betrieb.
Kondensation versus Abluft
Bei Kondensation wird die Feuchtigkeit in Wasser umgewandelt. Das Wasser sammelt sich im Behälter oder fließt ab. Die meisten Waschtrockner sind Kondensationsgeräte. Ablufttrockner leiten feuchte Luft nach draußen. Sie brauchen geeignete Belüftung im Aufstellraum. Kondensation ist flexibler für Wohnungen.
Messgrößen und Normen
Als Messgrößen gelten kWh pro Programm und Restfeuchte nach Trocknung. Relevante Normen für Leistungstests sind etwa EN 60456 für Waschmaschinen und Prüfverfahren für Trockner wie EN 61121. Das EU-Energieetikett gibt eine erste Orientierung. Es basiert auf genormten Prüfzyklen. In der Praxis weichen Verbrauchswerte aber ab. Deshalb sind Messungen unter realen Bedingungen sinnvoll.
Warum bestimmte Programme mehr Energie benötigen
Hohe Temperaturen erhöhen den Energiebedarf stark. Das Aufheizen des Wassers oder der Luft ist der dominante Faktor. Längere Programme können sparsamer sein, wenn sie weniger auf hohe Temperaturen setzen. Hohe Schleuderdrehzahlen reduzieren die Restfeuchte. Weniger Restfeuchte spart viel Energie beim Trocknen. Moderne Sensoren in Geräten passen Dauer und Leistung an. Trotzdem variieren Ergebnisse je nach Beladung und Verschmutzungsgrad.
Kurz zusammengefasst: Achte auf die Heiztechnik, die Trommelkapazität und reale kWh-Werte. Messe wenn möglich selbst. So triffst du eine fundierte Entscheidung.
Prüfanleitung: So testest du die Energieeffizienz deines Waschtrockners
- Vorbereiten und Typenschild prüfen. Schau zuerst ins Handbuch und auf das Typenschild. Notiere Modell, Seriennummer und das Energieeffizienzlabel. Diese Angaben helfen beim Vergleich mit Herstellerdaten. Hinweis: Manche Angaben beziehen sich auf genormte Prüfzyklen und nicht auf den Haushaltseinsatz.
- Energiemessgerät besorgen. Leihe oder kaufe ein Zwischenstecker-Energiemessgerät mit Anzeige für kWh und Laufzeit. Das Gerät muss den Stromfluss messen können. Achte auf die Nennleistung. Warnung: Ist dir unsicher bei der Installation, frag eine Elektrofachkraft.
- Messaufbau einrichten. Stecke das Energiemessgerät in die Steckdose. Schließe den Waschtrockner daran an. Stelle sicher, dass kein weiterer Verbraucher am Messkreis läuft. So misst du nur das Gerät.
- Standardprogramm für Waschen messen. Wähle ein genormtes Programm wie „Baumwolle 40 °C“ oder das vom Hersteller als Referenz angegebene Programm. Starte den Waschgang. Notiere kWh, Laufzeit, Temperatur und Beladungsgewicht. Tipp: Verwende einen stabilen Strompreis für Kostenberechnung.
- Trocknungsprogramm separat messen. Wenn möglich, führe einen reinen Trocknungszyklus aus. Miss kWh und Dauer. Falls der Waschtrockner keine separaten Trockenprogramme erlaubt, lasse die Wäsche nach dem Waschende und messe den anschließenden Trockenlauf als eigenen Messwert.
- Kombinierten Wasch-Trocknen-Zyklus messen. Starte ein komplettes Kombiprogramm mit typischer Beladung. Messe den Gesamtverbrauch und die Gesamtdauer. Das ist der Wert, der im Alltag meist relevant ist.
- Mehrfachmessungen und Lastvarianten durchführen. Wiederhole jede Messung mindestens zweimal. Teste volle, halbe und kleine Beladungen. So erkennst du, wie sich Verbrauch pro Kilogramm verändert. Hinweis: Unterschiedliche Beladungen liefern oft größere Verbrauchsunterschiede als verschiedene Temperaturen.
- Ergebnisse dokumentieren. Lege eine einfache Tabelle an. Spalten: Datum, Programm, Beladung in kg, kWh, Dauer, Restfeuchte, Kosten je Zyklus. Rechne kWh in Euro um. Notiere Auffälligkeiten wie lange Aufheizphasen oder ungewöhnliche Wasserabgaben.
- Werte bewerten und vergleichen. Vergleiche deine Messwerte mit dem Energieetikett und typischen Bereichswerten. Berechne Verbrauch pro kg. Ist der kombinierte Verbrauch deutlich über Herstellerangabe oder über deinen Vergleichswerten, liegt vermutlich ein Problem vor.
- Maßnahmen ableiten. Prüfe Filter, Kondensator und Flusensiebe. Reinige diese Teile und wiederhole Messungen. Reduziere Temperatur und erhöhe Schleuderdrehzahl, um Restfeuchte zu senken. Wenn nach Maßnahmen der Verbrauch hoch bleibt, kontaktiere einen Kundendienst. Tipp: Eine Wärmepumpenvariante ist in der Regel sparsamer als eine mit direkter Elektroheizung.
Zusätzliche Warnung: Schalte das Gerät nach Messungen nicht sofort ein oder aus, während du Anschlüsse veränderst. Lass das Gerät zwischen Messläufen abkühlen. So vermeidest du fehlerhafte Messwerte.
Kauf-Checkliste: Darauf solltest du achten
- Energieeffizienzklasse: Schau auf das EU-Energielabel und notiere die Klasse. Sie gibt eine erste Orientierung für den Vergleich zwischen Modellen.
- Verbrauchswerte in kWh je Zyklus: Achte auf die kWh-Angaben für Waschen, Trocknen und kombinierte Programme. Rechne die Werte in Euro um, um die Betriebskosten besser zu vergleichen.
- Trommelgröße und Nutzkapazität: Prüfe die maximale Wasch- und Trocknungskapazität. Ein zu großes Gerät bringt höhere Verlustwärme bei kleinen Ladungen. Wähle die Größe passend zu deinem Haushaltsbedarf.
- Programmeffizienz und Sensorik: Informiere dich, ob das Gerät Feuchtigkeits- oder Beladungssensoren hat. Solche Sensoren reduzieren Übertrocknen und sparen Energie im Alltag.
- Dauer der Programme: Vergleiche Laufzeiten bei Standardprogrammen. Kürzere Programme sind nicht automatisch sparsamer. Achte auf Verbrauch pro Zyklus und pro Kilogramm.
- Wärmepumpe versus Heizelement: Wärmepumpengeräte verbrauchen in der Regel weniger Strom als Geräte mit direkter Elektroheizung. Die Anschaffung kann höher sein. Langfristig rechnet sich die Wärmepumpe häufiger.
- Langzeitkosten und Zertifikate: Kalkuliere Betriebskosten über mehrere Jahre statt nur den Kaufpreis. Achte auf zusätzliche Labels wie den Blauen Engel oder genaue Energieverbrauchsangaben. Solche Hinweise erleichtern eine realistische Bewertung.
Häufige Fragen zur Prüfung der Energieeffizienz
Wie messe ich den Stromverbrauch meines Waschtrockners?
Stecke ein externes Energiemessgerät zwischen Steckdose und Gerät und miss den Verbrauch in kWh. Messe separat ein Waschprogramm, ein Trocknungsprogramm und einen kombinierten Durchlauf. Führe jede Messung mindestens zweimal mit typischer Beladung durch und notiere kWh und Laufzeit. Rechne die kWh mit deinem Strompreis in Euro um, um die Kosten pro Zyklus zu ermitteln.
Worauf achte ich konkret auf dem Energielabel?
Prüfe die angegebene Energieeffizienzklasse und die dokumentierten kWh-Werte für Standardprogramme. Achte auf Kapazitätsangaben und auf Hinweise zu den Testbedingungen, denn reale Haushaltsbedingungen weichen oft ab. Nutze das Label als Vergleichsmaßstab, aber vergleiche zusätzlich Praxiswerte oder eigene Messungen. Der QR-Code auf dem Label führt oft zu detaillierteren Messdaten.
Macht ein Kombigerät (Waschmaschine + Trockner) immer Sinn?
Ein Kombigerät spart Platz und ist praktisch für kleine Wohnungen. Es ist jedoch oft weniger effizient als zwei einzelne Geräte, besonders bei häufiger Nutzung. Für Singles oder Paare mit seltenen Trocknungszyklen kann ein Waschtrockner passend sein. Bei hohem Wäscheaufkommen lohnen sich separate Geräte meist wirtschaftlich.
Wie beeinflusst Wartung die Effizienz?
Reinige regelmäßig Flusensieb, Kondensator und Türdichtungen, damit Luft- und Wasserwege frei bleiben. Verstopfungen erhöhen Laufzeit und Verbrauch. Entkalken bei hartem Wasser und prüfen des Ablaufs verbessern die Leistung. Gute Pflege senkt den Energiebedarf und verlängert die Lebensdauer.
Welche Rolle spielen Programmwahl, Temperatur und Schleuderdrehzahl?
Hohe Temperaturen verursachen den größten Energieanteil beim Waschen und Trocknen. Höhere Schleuderdrehzahlen reduzieren die Restfeuchte und damit die Trocknungsenergie. Nutze Sensorprogramme und niedrige Temperaturen, wenn möglich, und erhöhe die Schleuderleistung für weniger Trocknungsaufwand. So senkst du den Verbrauch ohne großen Komfortverlust.
Entscheidungshilfe: Neuer Waschtrockner ja oder nein?
Wie groß ist dein Waschaufkommen?
Wenn du selten trocknest, lohnt sich ein teures Kombigerät oft nicht. Für große Haushalte mit viel Wäsche sind separate Geräte effizienter. Berechne deine durchschnittlichen Zyklen pro Woche. So schätzt du, ob sich höhere Anschaffungskosten durch geringere Betriebskosten amortisieren.
Ist Platz für getrennte Geräte vorhanden?
Wenn der Platz fehlt, ist ein Waschtrockner praktisch. Beachte aber, dass Kombigeräte beim Trocknen oft weniger Kapazität und höhere Verbräuche haben. In Wohnungen mit wenig Stellfläche ist die Platzersparnis ein wichtiger Faktor. Als Mieter ist ein kompaktes Kombigerät oft sinnvoller als als Eigentümer.
Wie wichtig sind Stromkosten im Vergleich zum Anschaffungspreis und zur Laufzeit?
Wenn dir niedrige Nebenkosten wichtig sind, wähle eine Wärmepumpenmaschine. Sie hat meist höhere Anschaffungskosten. Langfristig spart sie Strom. Rechne: Differenz Anschaffung geteilt durch jährliche Ersparnis ergibt Amortisationszeit.
Tipps bei Unsicherheit
Miss zuerst den aktuellen Verbrauch in kWh pro Zyklus. Rechne die jährlichen Kosten aus. Als Mieter plane kürzere Amortisationszeiten. Als Eigentümer lohnt sich eine langlebige, sparsame Lösung eher. Achte auf reale Verbrauchswerte, nicht nur auf das Label.
Fazit: Miss deinen aktuellen Verbrauch und rechne Kosten. Wenn du viel wäschst oder Eigentümer bist, investiere in ein sparsames Modell mit Wärmepumpe. Bei Platz- oder Budgetengpässen ist ein Kompromissgerät sinnvoll. Der nächste Schritt ist eine kurze Verbrauchsmessung.
Zeit- und Kostenaufwand für Prüfung und Verbesserung
Zeitaufwand
Die Recherche vor dem Test nimmt in der Regel 1 bis 3 Stunden in Anspruch. Du vergleichst Herstellerangaben, liest das Handbuch und suchst passende Messgeräte. Für Messungen solltest du mit deutlich mehr Zeit rechnen. Ein einzelner Waschzyklus dauert je nach Programm 1 bis 2 Stunden. Ein Trocknungszyklus kann 1,5 bis 4 Stunden dauern. Sinnvoll sind mindestens zwei Messläufe pro Programm und zwei Beladungsgrade. Insgesamt brauchst du für eine aussagekräftige Ermittlung etwa 6 bis 12 Stunden verteilt über mehrere Tage. Die reine Beobachtungs- und Vorbereitungszeit ist allerdings nur 1 bis 2 Stunden aktiv. Reinigungs- oder Wartungsmaßnahmen wie Kondensator säubern dauern zusätzlich 30 bis 60 Minuten.
Kostenaufwand
Ein einfaches Energiemessgerät kostet etwa 10–40 €. Ein qualitativ besseres Messgerät mit Langzeitaufzeichnung liegt bei 50–120 €. Alternativ kannst du ein Gerät leihen, was Kosten spart. Für die Messungen selbst fallen lediglich Stromkosten an. Bei einem angenommenen Strompreis von rund 0,35 €/kWh kosten etwa 10 kWh Testverbrauch nur 3,50 €. Der größere Posten ist meist ein Neukauf zur Effizienzverbesserung. Ein Standard-Waschtrockner kostet oft 400–800 €. Ein sparsamer Wärmepumpen-Waschtrockner kann 300–700 € mehr kosten. Rechnet man jährliche Einsparungen von etwa 100–150 € durch geringeren Verbrauch, amortisiert sich ein Aufpreis von 500 € in rund 4–6 Jahren. Berücksichtige Mieterstatus. Als Mieter ist die Amortisationsfrist oft zu lang, wenn du das Gerät nicht lange behältst. Als Eigentümer macht ein effizienteres Modell eher wirtschaftlich Sinn.
